Alter

Themenbereich des ISS


Stärkung der Teilhabe älterer Menschen in Zeiten von Corona

In Zusammenarbeit mit Referat 311 des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) begleitet das ISS-Frankfurt a. M. in 2021 mit dem Praxisforschungsprojekt das ESF-Bundesmodellprogramm „Stärkung der Teilhabe Älterer – Wege aus der Einsamkeit und Isolation im Alter“.

Der Europäische Sozialfonds für Deutschland (ESF) fördert von Oktober 2020 bis September 2022 bundesweit 29 Modellprojekte mit dem Ziel, ungewollter Vereinsamung entgegenzuwirken, soziale Teilhabe älterer Menschen nach dem Übergang in die nachberufliche Lebensphase zu stärken sowie die finanzielle Absicherung im Alter zu stärken. Das BMFSFJ ist verantwortlich für das ESF-Programm. Das BAFzA ist mit der finanztechnischen und fachlich-inhaltlichen Begleitung sowie mit der Umsetzung des Programms beauftragt.

Hintergrund

Das den ISS-Projekten im Handlungsfeld Seniorenpolitik gemeinsame Ziel ist, zur Schaffung und Weiterentwicklung von Rahmenbedingungen beizutragen, die es älteren Menschen ermöglichen, die nachberufliche Lebensphase selbstbestimmt und in sozialer Teilhabe gestalten zu können. In Begriffen einer „ermöglichenden Infrastruktur“ geht es hier vor allem um Zugänge für ältere Menschen zu sozialen Dienstleistungen und Angeboten der Sozialen Arbeit. Diese Zugänge sind, wie in „Diskriminierung älterer Menschen“ aufgezeigt, für ältere Menschen oftmals erschwert und werden ihnen zuweilen sogar verwehrt. Mit dem Projekt „Schwierige Zugänge älterer Menschen zu Angeboten der Sozialen Arbeit“ wurde der Frage nachgegangen, wie soziale Dienstleistungen für ältere Menschen insbesondere in prekären Lebenslagen passgenau gestaltet werden können.

Als die Corona-Pandemie während der Studie „Schwierige Zugänge“ einsetzte, wurden auch ihre Auswirkungen auf das Themenfeld und den Umgang damit in der Studie berücksichtigt. In den Fokus des Projektes rückten damit Maßnahmen und Instrumente, die dazu beitragen können, zunehmende soziale Isolation einzelner Teilgruppen älterer Menschen – etwa in Wohn- und Pflegeheimen, aber auch alleinstehende ältere Menschen – auch in Zeiten von Corona zu überwinden.

Das Praxisforschungsprojekt

Auf dieser Grundlage soll für das ESF-Programm in Zusammenarbeit mit dem BMFSFJ und dem BAFzA ein zusätzlicher Praxisinput durch das ISS-Frankfurt a. M. erarbeitet werden. Dieser soll zur Weiterentwicklung der fachlich fundierten Umsetzung des ESF-Programms in Deutschland beitragen und für das Folgeprogramm in der neuen Förderperiode ab 2022 gegebenenfalls Hinweise zur Nachjustierung der Förderrichtlinie generieren. Des Weiteren sind zwei digitale Fachgespräche mit Vertreter*innen der Projektpraxis zur Förderung des fachlichen Austauschs vorgesehen.

Im Rahmen der Praxisforschungs-Begleitung soll eine Bestandsaufnahme vorgenommen werden, indem die 29 bewilligten ESF-Projektanträge gesichtet und kategorisiert werden. In der Auswertung dieser Bestandsaufnahme geht es darum zu ermitteln, welche Handlungsfelder bislang abgedeckt sind, welche Teil- bzw. Zielgruppen älterer Menschen adressiert werden, welche konzeptionellen Ansätze den Projekten zugrunde liegen und welche Formate daraus abgeleitet werden. Von Interesse sind auch die Akteurskonstellationen vor Ort, etwa inwieweit engagierte Bewohner*innen eingebunden sind, welche relevanten Akteure einbezogen werden und wie sie zur „Koproduktion des Sozialen“ beitragen. Schließlich ist von besonderem Interesse, wie den besonderen Herausforderungen, die sich aus der Corona-Pandemie ergeben, in den Projekten begegnet wird.

Dr. Ludger Klein
wissenschaftlicher Mitarbeiter
069 95 789 - 135
ludger.klein(at)iss-ffm.de

Maike Merkle
wissenschaftliche Mitarbeiterin
069 95 789 - 141
maike.merkle(at)iss-ffm.de