Alter

Themenbereich des ISS


Schwierige Zugänge

In Zusammenarbeit mit Referat 311 „Grundsatzangelegenheiten, Aktives Altern, Alternsforschung“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) befasst sich das ISS-Frankfurt a. M. in 2020 mit „schwierigen Zugängen“ älterer Menschen zu sozialen Dienstleistungen und umgekehrt mit ihrer Erreichbarkeit durch Angebote der Sozialen Arbeit. Besonders berücksichtigt werden sollen dabei auch die Themen Altersdiskriminierung und Einsamkeit.

Zum Hintergrund

In Fortschreibung der Arbeit des Runden Tisch „Aktives Altern - Übergänge gestalten“ (RTAA) ging das BMFSFJ unter anderem in der vom ISS-Frankfurt a. M. 2018 durchgeführten Studie „Diskriminierung älterer Menschen“ Einschränkungen von Teilhabe und selbstbestimmter Lebensgestaltung nach. Hierbei erwies sich auch das Thema „schwierige Zugänge“ bestimmter Gruppen älterer Menschen zu (sozialen) Dienstleistungen als relevant.

Praxisforschungsprojekt „Schwierige Zugänge“

Oftmals erreichen soziale Dienstleistungen ihre Zielgruppen nicht, weil die spezifische Passung fehlt. Relevante Zielgruppen sind in diesem Kontext zum Beispiel Migrantinnen und Migranten, ethnische Minderheiten, Menschen mit Behinderung oder auch Menschen mit psychischen Erkrankungen. Für ältere Menschen, die diesen Gruppen zuzurechnen sind, können Zugänge zusätzlich erschwert sein.

Häufig werden die Ursachen für schwierige Zugänge spezifischer Gruppen bei den betreffenden Zielgruppen selbst verortet, schwierige Zugänge gleichsam als Attribute der Zielgruppen verstanden. Obschon ein Mangel an Wissen, finanziellen Ressourcen und/oder sozialen Kontakten (Stichwort: Einsamkeit) seitens der Zielgruppen Zugänge erschweren, fokussieren aktuelle Studien im Themenfeld eher Strukturen und Aufbau von Angeboten als Ursachen für ihre fehlende Zugänglichkeit.

Im Rahmen des Praxisforschungsprojekts sind in 2020 explorierende Interviews, Fachgespräche, eine abschließende Fachtagung und die Veröffentlichung eines Ergebnisbandes mit Handlungsempfehlungen für die Seniorenarbeit vorgesehen.

Dr. Ludger Klein
wissenschaftlicher Mitarbeiter
069 95 789 - 135
ludger.klein(at)iss-ffm.de

Maike Merkle
wissenschaftliche Mitarbeiterin
069 95 789 - 141
maike.merkle(at)iss-ffm.de