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Wohlfahrtspflege in den Gemeinden der Deutschen Islam Konferenz (DIK)
Wohlfahrtspflege in den Gemeinden der Deutschen Islam Konferenz (DIK)

Der Bedarf an religions- und kultursensiblen Leistungen der Wohlfahrtspflege in den Gemeinden der DIK-Verbände wächst. Dies ist einerseits darauf zurückzuführen, dass Muslime nach den Angehörigen der christlichen Kirchen mittlerweile die zweitgrößte religiöse Gruppe in Deutschland darstellen; in Deutschland leben zwischen 4,4 und 4,7 Millionen Muslime. Andererseits zieht auch weiterhin eine große Anzahl an Menschen aus vorwiegend muslimisch geprägten Staaten nach Deutschland, insbesondere bedingt durch den Zuzug von Geflüchteten in den letzten Jahren.

Genau wie Menschen christlichen und jüdischen Glaubens haben auch diese Menschen religions- und kulturspezifische Bedürfnisse und Anforderungen an soziale Dienstleistungen. Dies sind zum Beispiel die Berücksichtigung von religiösen Essensvorschriften und Waschgewohnheiten im Bereich der Altenpflege oder konfessionell orientierte Bildungsangebote im Bereich der Jugendhilfe. Es ist daher folgerichtig zu überlegen, wie die Verbände der DIK und ihre Mitglieder dabei unterstützt werden können, entsprechende religions- und kultursensible Wohlfahrtspflege eigenständig und nachhaltig anzubieten. Zwar bieten mittlerweile die meisten Verbände und Gemeinden der DIK soziale Dienstleistungen im Bereich der Wohlfahrtspflege an. Jedoch bestehen mehrheitlich strukturelle Schwierigkeiten. So steht beispielsweise qualifiziertes ehren- und hauptamtliches Personal nur begrenzt zur Verfügung. Aus diesem Grund hat sich die DIK zum Ziel gesetzt, religions- und kultursensible wohlfahrtspflegerische Angebote zu fördern und auf diese Weise einen Beitrag zu einer stärkeren Teilhabe ihrer Mitglieder am gesellschaftlichen Leben zu leisten.

Religions- und kultursensible Wohlfahrtspflege

Zentrales Ziel ist es, die in der DIK vertretenen Verbände, ihre Mitglieder und weitere interessierte Organisationen durch Informationen und Beratung dabei zu unterstützen, religions- und kultursensible Leistungen der Wohlfahrtspflege eigenständig, mitunter selbstorganisiert und nachhaltig zu etablieren, damit ihre Einrichtungen vor Ort gute Sozialarbeit anbieten können.

Qualifizierung und Professionalisierung von sozialer Arbeit

Um dieses Ziel zu erreichen, werden im Rahmen des Projekts Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausgebildet, die dann das erworbene Wissen zur Organisation von wohlfahrtsstaatlichen Leistungen in die Gemeinden und Vereine tragen sollen. Neben tiefgehenden Informationen zu Struktur und Funktion der Wohlfahrtspflege sowie zur Antragstellung, sollen auch Wissen und Hilfestellungen zur besseren Vernetzung in bestehenden Sozialräumen vermittelt werden. Eine erste Qualifizierungsschulung fand im Dezember 2017 statt und widmete sich dem Themenfeld der Kinder- und Jugendhilfe.

>> Weitere Informationen und Materialien zum Projekt finden Sie auf der projekteigenen Homepage: www.empowerment-wohlfahrtspflege.deexterner Link
 


Auftraggeber:
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugendexterner Link

Projektlaufzeit:
2017–Ende 2018