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Wolfgang Kleemann
Bereichsleitung für die Themenbereiche Alter / Kinder, Jugend, Familie / Wohlfahrtsverbände
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Alter


Körperliche, geistige und soziale Aktivitäten bis ins hohe Alter hinein können als wesentliche Grundlage für ein gesundes Altern angesehen werden. Ebenso von zentraler Bedeutung für ein erfülltes Altern ist das Engagement für andere – und das damit verknüpfte Erleben von Selbstwirksamkeit und Sinn. Die Förderung der damit verbundenen selbst organisierten oder von Bildungsinstitutionen angestoßenen Lern- und Bildungsprozesse wird als eine Chance angesehen, den demografischen Wandel zukunftsfähig und mit Blick auf das Wohlergehen aller Generationen zu gestalten.

Aktuelle Projekte im Themenbereich:


Eine spezifisch deutsche Entwicklung im Zuge der alternden Gesellschaft markieren die „Babyboomer“, die geburtenstarken Jahrgänge von 1955 bis 1969: Machen sie derzeit noch knapp 37% der erwerbsfähigen Bevölkerung aus , werden ihre ersten Kohorten ab 2018 aus dem Erwerbsleben ausscheiden; bis 2031 sind das rund 13 Millionen Menschen. Auf längere Sicht werden sich die sozialen Sicherungssysteme und Strukturen (Rentenversicherung, Pflegeeinrichtungen und/oder Einrichtungen für selbstbestimmtes Wohnen im Alter) der Quantität der Babyboomer gewachsen erweisen müssen. Absehbar werden mehr informelle Unterstützungsnetzwerke unter Einbeziehung des primären Sektors (Familie, Freunde, Nachbarschaft etc.) benötigt werden. Dabei sind nicht etwa die Babyboomer mit ihren Potenzialen und Kompetenzen das Problem. Wohl aber stellt sich die Frage, inwieweit die Infrastruktur vor Ort auf ihre in Relation zu Vorgängerkohorten enorme Anzahl eingerichtet ist.

Laut Freiwilligensurvey engagiert sich aber auch fast jede/r Zweite (45,2 %) im Alter zwischen 55 und 64 Jahren freiwillig. Dieser Anteil liegt über dem Bevölkerungsdurchschnitt für freiwilliges Engagement (siehe Vogel, C.; Kausmann, C.; Hagen, C. (2017)). Freiwilliges Engagement älterer Menschen. Sonderauswertungen des Vierten Deutschen Freiwilligensurvey.Dieses Potenzial und die mit einem Engagement verbundene Aktivierung älterer Menschen kann aber dann an seine Grenzen stoßen, wenn jene mit rechtlichen Altersgrenzen konfrontiert werden, die z. B. im Einzelfall bei Vereinen und Verbänden ein Höchstalter für die Ausübung ehrenamtlicher Tätigkeiten vorgeben. Rechtlich bindende Altersgrenzen gibt es dagegen zum Beispiel für kommunale Wahlbeamte, den freiwilligen Feuerwehren oder bei ehrenamtlichen Richterinnen und Richtern. Ähnliche Phänomene liegen in der Privat-Versicherungswirtschaft oder bei Finanzdienstleistungen vor. (Eine systematische Übersicht von Prof. Dr. Thomas Klie zum Thema „Altersbilder und Altersgrenzen im Recht” findet sich zum Beispiel hierexterner Link.)

Das Themenfeld „Alter“ hat all dem entsprechend in unseren Praxisforschungsprojekten auch eine politische Dimension: Eine zeitgemäße Politik für und mit älteren Menschen ist, wie etwa der 7. Altenbericht  illustriert, generationen- bzw. bereichsübergreifend ausgerichtet und stellt sich aktuellen bzw. absehbaren Herausforderungen und zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft.

 

Veröffentlichungen der Beobachtungsstelleexterner Link zum Thema Demenz

Merkle, M. (2017): Vermeidung von Gewalt in der häuslichen Pflege von Menschen mit Demenz. Präventions- und Interventionsmaßnahmen in europäischen Staatenexterner Link. Dokumentation des Fachgesprächs am 8./9. Dezember 2016 im BMFSFJ in Berlin, Frankfurt a. M.

Merkle, M. (2016): Umsetzung nationaler Demenzstrategien – Europa im Vergleich.externer Link Dokumentation des Fachgesprächs am 8./9. Oktober 2015 im BMFSFJ in Berlin, Frankfurt a. M.

Merkle, M. (2015): Nationale Demenzstrategien Good-Practice-Maßnahmen aus der Schweiz und Schottlandexterner Link. Der aktuelle Newsletter der Beobachtungsstelle für gesellschaftspolitische Entwicklungen in Europa 02/2015, Frankfurt a. M.

Merkle, M. (2015): Nationale Demenzstrategien – Europa im Vergleichexterner Link. Arbeitspapier Nr. 10 der Beobachtungsstelle für gesellschaftspolitische Entwicklungen in Europa, Frankfurt a. M.