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Gerda Holz
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Langzeitstudie zur Lebenssituation und Lebenslage (armer) Kinder
Langzeitstudie zur Lebenssituation und Lebenslage (armer) Kinder


AWO-ISS Langzeitstudie geht ab 2017 in die fünfte Phase

gerdaholzawoBericht in der Stadtzeitung Stadtbergen von der Sozialkonferenz, zu der auch Gerda Holz (ISS, 2.v.l.) als eine der Hauptreder*innen geladen war. Die Konferenz mit 100 Fachleuten ging auf die Armutsfrage bei Familien und Kindern ein und stellte noch vor der diesjährigen Landtagswahl ein ganzes Paket an Forderungen. Mehr dazu ...externer Link

Im Bild von links die Hauptredner: Vizechefin der AWO Schwaben und Bayern Brigitte Protschka, Sozialwissenschaftlerin Gerda Holz und AWO-Landesvorsitzender Thomas Beyer.
© AWO Bezirksverband Schwaben e. V.

Mit einer Fortsetzungsstudie der seit 1997 verwirklichten AWO-ISS-Langzeitstudie zu den Folgen von Armut ab früher Kindheit bis ins junge Erwachsenenalter sollen nun zu folgenden Fragen empirisch fundierte Antworten gefunden werden:

  • Welche Wirkung hat frühe Armut auf die Entwicklung und die Lebenssituation von jungen Menschen?
  • Gibt es ein spezielles Profil von Armut bei jungen Menschen, in dem sich für die Einrichtungen der Sozialen Arbeit wichtige Bedürfnisse zeigen?
  • Welche Rolle spiel(t)en Institutionen im Lebenslauf dieser jungen Menschen und welche Schlussfolgerungen für armutssensible Handlungskonzepte sind zu ziehen?

Dazu wird es eine dritte Wiederholungsbefragung von im Jahr 1993 geborenen und 1999 erstmals beforschten Personen geben. Ziel der Studie ist u. a. die Themen „Armut“ und „Armutsfolgen“ intensiver in den öffentlichen und politischen Diskurs einzubringen und zu positionieren.
 

Die Studie bis 2012

1997 startete die im deutschsprachigen Raum bisher einzige Langzeitstudie zur Frage von Armut(sfolgen) bei Kindern. 1999 wurden Daten zu rund 1.000 sechsjährigen Kindern aus bundesweit verteilten 60 AWO-Kindertagesstätten erhoben, danach wurden bis zum Jahr 2012 eine Vertiefungs- und zwei Wiederholungsbefragungen durchgeführt.

Die Studie umfasste bisher:

  • „Kinderarmut I“ (Armut im Vorschulalter, 2000)
  • „Kinderarmut II“ (Armut im frühen Grundschulalter, 2003)
  • „Kinderarmut III“ (Armut bis zum Ende der Grundschulzeit, 2006)
  • „Kinderarmut IV“ (Armut im Jugendalter, 2012)

Der Abschlussbericht der 4. Phase der Langzeitstudie im Auftrag des Bundesverbandes der Arbeiterwohlfahrt kann per E-Mail zum Selbstkostenpreis von 19,80 € bestellt werden.

Ziele der Langzeitsstudie waren:

  • Erkenntnisgewinn über die Situation und die Entwicklung von armen im Vergleich zu nicht armen jungen Menschen
  • Fachliche Weiterentwicklung der praktischen (Sozial-)Arbeit mit (armen) Minderjährigen und ihren Familien
  • Verbesserung der Verbandsarbeit
  • Einflussnahme auf Fach-/Sozialpolitik, insbesondere zur Umsetzung struktureller Armutsprävention

Forschungsthemen:

  • Formen und Folgen von Armut bei Heranwachsenden
  • Bewältigung von Armut durch die Heranwachsenden und deren Familien
  • Zukunftschancen der armen Jungen und Mädchen
  • Umfang und Formen der sozialen Unterstützung, insbesondere durch Soziale Dienste

Auftrag an das ISS-Frankfurt a. M. war es, durch empirische Grundlagenforschung mit Anwendungsorientierung eine fundierte Grundlage für das Engagement sozialer Organisationen, insbesondere der AWO, zur Bekämpfung von kindbezogenen Armutsfolgen zu schaffen.

Nun werden in einer fünften Phase die (Langzeit)wirkungen von Armut im Lebenslauf evaluiert. Das Projekt soll zunächst bis 2020 laufen.