Gleich anrufen >>
Dr. Ludger Klein
Tel: 069 95 789 - 135
Maike Merkle
Tel: 069 95 789 - 0
Diskriminierung älterer Menschen
Diskriminierung älterer Menschen


In Abstimmung mit Referat 311 „Grundsatzfragen des Aktiven Alterns“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJexterner Link) führt das ISS-Frankfurt a. M. das Praxisforschungsprojekt „Diskriminierung älterer Menschen“ durch, um der Frage nachzugehen, in welchen Bereichen und wie ein selbstbestimmtes Altern in Teilhabe durch strukturelle Diskriminierung eingeschränkt wird.

„Eine Diskriminierung liegt vor, wenn Menschen in einer vergleichbaren Situation schlechter behandelt werden, diese Schlechterbehandlung an ein schützenswertes Merkmal anknüpft und kein sachlicher Rechtfertigungsgrund dafür vorliegt.” (Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) (2017): Dritter Gemeinsamer Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und der in ihrem Zuständigkeitsbereich betroffenen Beauftragten der Bundesregierung und des Deutschen Bundestages, S. 32.)

Ältere Menschen werden oftmals mit Altersgrenzen konfrontiert: zum Beispiel im Bereich privater Versicherungen oder bei der Vergabe von Krediten, beim Anmieten von Autos und im Ehrenamt in Vereinen. Rechtlich bindende Altersgrenzen gibt es hingegen etwa für kommunale Wahlbeamte, freiwillige Feuerwehren oder für ehrenamtliche Richterinnen und Richter. (Eine systematische Übersicht von Thomas Klie zum Thema findet sich hierexterner Link.)

Diskriminierung aufgrund des Alters – im Sinne von Lebensalter – zählt zu den häufigsten Formen von Diskriminierung. Betroffene wissen meist nicht, wo sie Beratung und Unterstützung bekommen können. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) stellt 2017 fest, dass 11,2 % der Befragten im Alter zwischen 45 und 59 Jahren sowie 15,3 % der Personen im Alter von 60 Jahren und älter von Diskriminierungserfahrungen aufgrund ihres Alters berichten. (ADS (2017): ebd., S. 217.)

Ziele des Projektes sind im Einzelnen:

  • den Forschungsstand zum Thema „Diskriminierung älterer Menschen“ zu sichten und zu systematisieren,
  • den Diskriminierungsbegriff durch die Beschreibung und das Erleben betroffener älterer Menschen zu schärfen und zu füllen sowie
  • Fallgeschichten zu den Diskriminierungserfahrungen älterer Menschen zu sammeln, aufzubereiten und zu veröffentlichen.