Kinder, Jugend, Familie

Themenbereich des ISS


Vormundschaften und Herkunftsfamilie

(Wie) Greifen Vormund*innen die Bedürfnisse und Wünsche von Kindern in Bezug auf ihre Herkunftsfamilie und Umgangskontakte auf? Wie können sie diese in die Bestimmung und Gestaltung des Umgangskontaktes mit der Herkunftsfamilie einbringen?

Diesen Fragen geht das ISS in Kooperation mit dem Bundesforum Vormundschaft und Pflegschaft, dem Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF) und dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in dem auf zwei Jahre angelegten Projekt „Vormundschaften und Herkunftsfamilie“ nach.

Aus der übergeordneten Fragestellung leiten sich weitere Fragen ab:

  • Welche Bedürfnisse und Wünsche haben Kinder in Bezug auf ihre Herkunftsfamilie?
  • Greifen Vormund*innen die Bedürfnisse und Wünsche von Kindern auf und wenn ja, auf welche Weise werden diese thematisiert und in die Gestaltung des Umgangs eingebracht?
  • Welche Verfahrensweisen zu Regelung und Gestaltung des Umgangs können identifiziert werden? Welche Kooperationen werden eingegangen bzw. welche werden hierbei relevant? Welche zugrundeliegenden Organisationslogiken können ausgemacht werden?
  • Welche Empfehlungen lassen sich für eine Weiterentwicklung der Praxis ableiten?

Weitere Informationen zum Projekt, dem Forschungsdesign und den Sampling-Kriterien finden Sie im Flyer zum Projekt

Vorgehen und Methoden

Im Zentrum des Projekts steht eine vertiefende, qualitative Studie mit insgesamt 24 Einzelinterviews. Es werden acht Mündel in einem Alter zwischen zwölf und 17 Jahren sowie ihre jeweiligen Vormund*innen mit der Methode eines problemzentrierten Interviews befragt. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse aus den so gewonnenen Daten schließen sich acht weitere Interviews mit anderen Akteur*innen an, die für die Entscheidung über und Regelung von Kontakten zur Herkunftsfamilie eine besondere Rolle zu spielen scheinen – wie bspw. Familienrichter*innen, Fachkräfte des ASD o. ä.

Ziel des Projektes

Das Forschungsprojekt zielt auf die Identifikation unterschiedlicher Erlebensweisen und -formen von Jugendlichen unter Vormundschaft, sowie auf die Generierung von Wissen zur Praxis von Vormund*innen in Bezug auf Herkunftsfamilie und Umgangskontakte. Aus den dazu gewonnenen Erkenntnissen sollen Impulse für die Praxis abgeleitet und in die Praxis transferiert werden, wodurch Vormund*innen an Handlungssicherheit gewinnen können sollen.

Die Untersuchungsergebnisse werden im Rahmen des Bundesforums Vormundschaften vorgestellt und diskutiert und in einem Abschlussbericht präsentiert. 

Laufzeit des Projektes: 2020-2021

Gefördert von der Stiftung Deutsche Jugendmarke e. V., Bonn

Judith Dubiski
wissenschaftliche Mitarbeiterin
069 95 789 - 175
judith.dubiski(at)iss-ffm.de