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Mo.Ki-Werkzeugkoffer zur Vermeidung der Folgen von Kinderarmut vorgestellt

Unter dem Motto „Armutssensibles Handeln in der Sekundarstufe I“ präsentierten der AWO Bezirksverband Niederrhein, die Stadt Monheim am Rhein und die Monheimer Peter-Ustinov-Gesamtschule einem breiten Fachpublikum die Erkenntnisse der Modellprojekte Mo.Ki III und IV. Diese beiden Module des mehrfach ausgezeichneten Mo.Ki-Netzwerkes zur Förderung von Familien und Kindern zielen darauf ab, die ganze Persönlichkeit von Schüler*innen in den Blick zu nehmen.

Eindrucksvoll legten Dr. Michael Maas, Abteilungsleiter Jugendhilfe AWO Bezirksverband Niederrhein e. V. und Corinna Franke, didaktische Leiterin der Peter-Ustinov-Gesamtschule, anhand von zahlreichen Beispielen dar, wie es gelang, die Schüler*innen in der sechsjährigen Projektphase zu stärken. „So übernahmen Schüler*innen beispielsweise im Rahmen des ‚Abenteuers Verantwortung‘ ein Jahr lang eine verantwortungsvolle Aufgabe im Gemeinwesen, sei es in einer Kindertagesstätte, in einem Seniorenwohnheim oder in der Flüchtlingshilfe. Ein anderes Beispiel: Einmal jährlich findet in Monheim am Rhein für Grundschüler*innen die Mitmach-Ausstellung ‚Entdecke die Welt der Ernährung‘ statt, in der sich die Kinder spielerisch mit gesunder Ernährung beschäftigen. Schüler*innen des 6. Jahrgangs der Peter-Ustinov-Gesamtschule führten als Ernährungsscouts die Grundschulkinder durch die Ausstellung. Die Ernährungsscouts wiederum wurden für diese Tätigkeit von Acht- bis Zehntklässlern geschult und vorbereitet. Auf diese Weise nahmen Schüler*innen je nach ihrem Entwicklungsstand Verantwortung wahr und machten die Erfahrung, dass sie für andere etwas leisten können“, so Michael Maas bei der Präsentation der Ergebnisse. Aber auch auf die Berufsorientierung wurden die Schüler*innen – aber auch Lehrer*innen – vorbereitet. „Dafür wurde im Rahmen des Projektes ein Leitfaden der Berufsorientierungexterner Link entwickelt, der Lehrer*innen und Schüler*innen gleichermaßen hilft, den Weg im Berufsdschungel nicht aus den Augen zu verlieren“, berichtet der Jugendhilfe-Fachmann. Simone Feldmann, Bereichsleiterin für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Monheim am Rhein machte in ihren Ausführungen deutlich, wie die Aktivitäten der Modellprojekte in die kommunale Gesamtstrategie der Stadt eingebettet sind. Gerda Holz vom Frankfurter Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V. (ISS) erläuterte schließlich die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung.

Jürgen Otto, Bezirksgeschäftsführer der AWO Niederrhein, zeigte sich stolz und erfreut, „dass die Ergebnisse des Modellprojektes nun auch in allen Kommunen genutzt werden können.“ Denn um den Transfer der Ergebnisse sicher zu stellen, wurde der „Mo.Ki Werkzeugkoffer – Bausteine und Methoden für die Arbeit mit Schüler*innen der Sekundarstufe I“ entwickelt. „Dieser bietet detaillierte Beschreibungen praxiserprobter Bausteine zur Vermeidung der Folgen von Kinderarmut. Für die meisten Bausteine wurden darüber hinaus ergänzende Unterlagen und Dokumente entwickelt, die auf der Homepage http://www.moki-werkzeugkoffer.deexterner Link kostenlos herunter geladen werden können“, lädt der AWO Geschäftsführer alle Lehrer*innen, Schulsozialarbeiter*innen sowie Fachkräfte aus Jugendhilfe und Schule ein, sich am Mo.Ki-Werkzeugkoffer zu bedienen.

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Gemeinsam mit der Stadt Monheim am Rheinexterner Link und inzwischen mehr als 60 Kooperationspartner*innen entwickelt der AWO Bezirksverband Niederrhein e. V. seit 2002 in Monheim am Rhein das Mo.Ki-Netzwerk zur Förderung von Familien und Kindern und damit einen zukunftsweisenden Ansatz zur Prävention von Kinderarmut. Mo.Ki wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Deutschen Präventionspreis 2004.

Mit den aus Mitteln der Stiftung Wohlfahrtspflege NRWexterner Link geförderten Modellprojekten Mo.Ki III und IV an der Peter-Ustinov-Gesamtschuleexterner Link wurde in den Jahren 2012 bis 2018 die Entwicklung der Monheimer Präventionskette nun zu einem vorläufigen Abschluss geführt.

Wissenschaftlich begleitet und evaluiert wird Mo.Ki durch das ISS Frankfurt a. M.