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Aktuelle Kurse und Trainings

Bildungsangebote des ISS

Einsamkeit im Alter 

- verstehen, erkennen und präventiv begegnen 

1-tägige Fortbildung | Inhouse-Termine auf Anfrage


Einsamkeit ist für viele ältere Menschen eine prägende Erfahrung – insbesondere im Kontext von Verlusten, gesundheitlichen Einschränkungen und veränderten Lebensbedingungen. Doch wann wird Einsamkeit zum Risiko? Und wie können Fachkräfte sie erkennen und ihr wirksam begegnen? Die Fortbildung vermittelt praxisnahes Wissen darüber, wie Einsamkeit im Alter entsteht, wie sie sich äußert und wie soziale Arbeit, Pflege und Gemeinwesenarbeit soziale Verbundenheit stärken können. In drei aufeinander aufbauenden Modulen lernen die Teilnehmenden, Einsamkeit besser zu verstehen, sensibel zu erkennen und präventiv zu begegnen. Dabei wird besonderer Wert auf die Verbindung von fachlichem Wissen und konkreter Handlungspraxis gelegt.

Die Fortbildung richtet sich an:
• Fachkräfte der Altenhilfe und offenen Seniorenarbeit 
• Mitarbeitende in Pflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten
• Akteur:innen der Quartiersarbeit und kommunalen Sozialplanung
• Ehrenamtlich Engagierte in der Arbeit mit älteren Menschen

Modul 1: Einsamkeit verstehen
Einsamkeit im Alter entsteht häufig im Zusammenspiel biografischer Einschnitte, gesundheitlicher Veränderungen und sozialer Rahmenbedingungen. Sie zeigt sich als emotionale Einsamkeit (z. B. nach dem Verlust naher Bezugspersonen), als soziale Einsamkeit (bei schrumpfenden Netzwerken) sowie als existenzielle Einsamkeit im Erleben von Sinnverlust oder Entfremdung. Viele dieser Erfahrungen sind Teil normaler Alterungsprozesse. Gleichzeitig kann anhaltende Einsamkeit erhebliche Folgen haben: Sie beeinträchtigt psychische und körperliche Gesundheit, erhöht das Risiko für Depressionen und verstärkt Rückzugsdynamiken.

Das Modul vermittelt zentrale Auslöser wie Verwitwung, Ruhestand, Mobilitätseinschränkungen oder Altersarmut und zeigt, wie sich diese Faktoren wechselseitig verstärken können. Ziel ist ein differenziertes Verständnis, das Einsamkeit nicht nur individuell, sondern auch als Ergebnis sozialer Ungleichheiten, infrastruktureller Bedingungen und institutioneller Kontexte begreift.

Modul 2: Einsamkeit erkennen
Einsamkeit im Alter ist oft schwer sichtbar. Manche ältere Menschen ziehen sich zurück, andere wirken sozial eingebunden und fühlen sich dennoch einsam. Wieder andere zeigen indirekte Hinweise, etwa über vermehrte Inanspruchnahme von Hilfsangeboten oder psychosomatische Beschwerden.

Im Modul werden typische Ausdrucksformen behandelt: reduzierte soziale Aktivität, Verlust von Alltagsstruktur, Rückzug aus gewohnten Kontexten oder Schwierigkeiten, neue Kontakte zu knüpfen. Gleichzeitig wird reflektiert, dass solche Anzeichen unterschiedliche Ursachen haben können und Einsamkeit deshalb selten eindeutig anhand äußerer Kriterien erkannt werden kann.

Zwei Schwerpunkte stehen im Fokus:
1. Die Analyse von Risikokonstellationen, etwa das Zusammenwirken von Verlust, Krankheit und eingeschränkter Mobilität.
2. Die sensible Gesprächsführung zur Erfassung von Einsamkeit, inklusive geeigneter Fragen und niedrigschwelliger Zugänge. Ziel ist es, die Wahrnehmung für Einsamkeitsrisiken zu schärfen, verdeckte Formen zu erkennen und Einsamkeit professionell im Kontakt mit älteren Menschen ansprechen zu können.

Modul 3: Einsamkeit begegnen
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Einsamkeit im Alter präventiv und alltagsnah reduziert werden kann. Im Gegensatz zu therapeutischen Interventionen geht es um sozialräumliche und beziehungsorientierte Ansätze, die Teilhabe und Zugehörigkeit fördern. Das Modul beleuchtet Ansatzpunkte auf verschiedenen Ebenen: die Ebene der Gestaltung sozialer Angebote, der Aktivierung des Sozialraums, der Vernetzung von Angeboten, der Förderung von Begegnung sowie der gezielten Ansprache isolierter Personen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, welche strukturellen Bedingungen und „Affordanzen“ Angebote benötigen, um auch schwer erreichbare, zurückgezogene ältere Menschen einzubeziehen. Ziel ist die Entwicklung konkreter, praxistauglicher Handlungsoptionen für unterschiedliche Arbeitsfelder und Zielgruppen.

Vermittlungsmethoden
Die Fortbildung kombiniert kurze fachliche Inputs (max. 10 Minuten) mit aktiven, partizipativen Lernformaten. Die Inputs vermitteln zentrale Begriffe sowie aktuelle Erkenntnisse aus Forschung und Praxis und strukturieren die gemeinsamen Arbeitsphasen. Im Zentrum stehen interaktive Methoden: Diskussionen der Fallarbeit aus der Praxis der Teilnehmenden, Rollenspiele zur Einübung von Gesprächssituationen, sowie Austauschformate wie World-Cafés und moderierte Gruppendiskussionen. Ergänzend werden konkrete Materialien, Instrumente und Good-Practice-Beispiele vorgestellt, die eine nachhaltige Umsetzung im jeweiligen Arbeitskontext unterstützen und den Transfer in den Berufsalltag erleichtern.
 

Bei Interesse an einer Anmeldung und/oder Rückfragen wenden Sie sich gerne an veranstaltungen(at)iss-ffm.de

 

Referent: Dr. Janosch Schobin
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Telefon 069 95 789 - 136
janosch.schobin(at)iss-ffm.de 

Institut für Sozialarbeit
und Sozialpädagogik e. V.

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E-Mail:  info(at)iss-ffm.de
Telefon: 069 - 95 78 9 - 0

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