Wie kann Sozialarbeit Demokratiefeindlichkeit begegnen?

Politikverdrossenheit, Gewalt und rechtsextreme Parolen: Damit haben Sozialarbeitende in bestimmten Regionen tagtäglich zu tun. Wieso aber sind manche Gegenden stärker von demokratiefeindlichen Vorfällen betroffen als andere und was können wir dagegen tun? Diese Fragen diskutierte das ISS-Team „Demokratieförderung“ am 12.05. in einem Workshop der Stiftung SPI  in Bad Freienwalde (Brandenburg). 

Zu Beginn schilderten Sozialarbeitende, Lehrer*innen und Integrationsbeauftragte zentrale Herausforderungen ihrer Praxis: Kinder und Jugendliche vertreten teils eine „Mir egal“-Haltung gegenüber Politik, übernehmen emotionale statt faktenbasierte Argumente und wiederholen fremdenfeindliche Parolen. Gleichzeitig sind präventive und reaktive Maßnahmen erschwert, da auch die Soziale Arbeit unter strukturellen Bedingungen arbeitet, etwa Unterfinanzierung, rechtsextreme Kommunalpolitik und fehlendem Fachpersonal.

Carlos Becker und Jan Saßmannshausen, Mit-Autoren der „Raumtypologie“, ordneten die Berichte der Teilnehmenden in einen strukturellen Kontext ein. Wenn in Regionen wie Bad Freienwalde wenig engagementfördernde Einrichtungen sitzen und die Infrastruktur, z.B. in Form von regelmäßig fahrenden Busse, nicht ausgebaut ist, leidet auch Demokratie darunter. So kommt es in diesen Regionen häufiger zu politisch motivierter Kriminalität im rechtsextremen Spektrum.

Doch wie kann sich trotz dieses Rahmens gegen Demokratiefeindlichkeit behauptet werden? An Thementischen diskutierten die Teilnehmenden Handlungsmöglichkeiten und sammelten bereits existierende Ressourcen und Best-Practice-Beispiele. Wer hat gute Argumentationshilfen gegen Demokratiefeindlichkeit? Welche Räume können für Bildungsangebote nach der Schule genutzt werden? Welche Formate zur Ansprache von Eltern haben bereits funktioniert? 

Der Workshop bildet den Auftakt für zwei weitere Veranstaltungen des ISS in Niederlassungen der Stiftung SPI. Ziel ist es, Mitarbeitende bei der Entwicklung einer Strategie im Umgang mit Demokratiefeindlichkeit zu unterstützen.

Wie Demokratie in strukturschwachen Regionen gelingen kann, lesen Sie in unserer Publikation “Aktivierung für Demokratie in strukturschwachen Räumen”:

 Bericht (Download) 

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Am Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS e. V.) wird seit vielen Jahren im Themenbereich Demokratie geforscht, um Politik und Praxis ein fundiertes Verständnis für die Förderung demokratischer Werte, Teilhabe und Resilienz gegenüber Radikalisierung zu vermitteln. Ein zentrales Ziel unserer Arbeit ist die Stärkung einer gerechten, vielfältigen und inklusiven Gesellschaft – sowohl im analogen als auch im digitalen Raum. Erfahren Sie mehr zu unseren Projekten auf unserer Themenseite: https://www.iss-ffm.de/themen/demokratie