Zum Inhalt springenZur Navigation

Rückblick auf das Fachgespräch „Digitale Agenda ohne Ältere?“ des neu konstituierten Fachbeirats „DigiBäM“

Foto: Fachbeiratsmitglieder und Geschäftsstelle des Fachbeirats DigiBäM, (c) Apostolos Tsolakidis

Am 07. November 2025 fand im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) in Berlin das Fachgespräch „Digitale Agenda? Wege zu einer Digitalpolitik für alle“ statt. Neben den Mitgliedern des für die 21. Legislaturperiode neu konstituierten Fachbeirats „Digitalisierung und Bildung für ältere Menschen“ (kurz: DigiBäM) waren Expertinnen und Experten aus Politik, Praxis und der Zivilgesellschaft eingeladen. Sie diskutierten darüber, wie heterogen die Gruppe „ältere Menschen“ ist, welche Rolle sie in Digitalisierungsstrategien spielen und wie bestärkende Ansätze digitaler Teilhabe aussehen können.

„Raum für Gedanken zu einer generationenübergreifenden Digitalpolitik“ – so kündigte Moderator Benjamin Landes (ISS e.V.) den Nachmittag aus wissenschaftlichem Input, Einblicken in politische Strategien und eine Podiumsdiskussion an. Unter den knapp 50 Teilnehmenden war auch Dr. Thomas Greiner, der neue BMBFSFJ-Unterabteilungsleiter „Berufliche Bildung und lebensbegleitendes Lernen“. Nachdem seit der neuen Legislaturperiode auch der Bereich „Bildung“ im Gesellschaftsministerium liegt, sprach Dr. Greiner vom Aufbruch in eine digitale Agenda. Nach dem Motto „Digitale Teilhabe ist kein Privileg, sondern eine Selbstverständlichkeit“ nannte der neue Unterabteilungsleiter Maßnahmen wie den kommenden, zehnten Altersbericht der Bundesregierung „Bildung und Lernen im Alter“ und die altersübergreifende digitale Kompetenzoffensive.

Dr. Rafaela Werny von der Frankfurt University of Applied Science gab Einblicke in das Projekt EQualCare. In dem drei Jahre laufenden Projekt analysierten Forschende aus Deutschland, Finnland, Schweden und Lettland unter anderem politische Dokumente zur Digitalpolitik und die Rollen älterer Menschen darin. Ein dort gängiges Narrativ über ältere Menschen lautet:  Da die Digitalisierung oft als Lösung für bestehende Probleme betrachtet wird, gelten Menschen, die sie nicht nutzen können, als selbst dafür verantwortlich und werden dadurch als hinderlich für die digitale Transformation angesehen.
 
In einem anschließenden Podium wurde intensiv über mögliche Lösungsstrategien für eine inklusive Digitalpolitik diskutiert. Einblicke gaben dabei Jürgen Müller, neuer Abteilungsleiter für Grundsatz und Digitalisierung im BMBFSFJ, Jochen Fasco, Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt, Dr. Regina Görner, Vorstandsvorsitzende der BAGSO und Prof. Dr. Claudia Müller von der Universität Siegen, die den Fachbeirat DigiBäM als Sprecherin vertrat. Claudia Müller betonte die Position des Fachbeirats DigiBäM, wonach Digitalisierung als Bestandteil kommunaler Daseinsvorsorge zu verstehen sei. Dies setze wiederum eine „ermöglichende Infrastruktur“ vor Ort voraus, die auf den vier Säulen Begegnung, Begleitung, Beratung und Bildung basiert. Regina Görner unterstrich bereits vorhandene Kompetenzen älterer Menschen, die bislang nur unzureichend in die Gestaltung von Digitalstrategien einbezogen werden. Sie forderte, ältere Menschen verstärkt bei der nutzer- und am Nutzen orientierten Gestaltung von Endgeräten einzubinden. Jochen Fasco betonte, dass inklusive Digitalstrategien wichtig sind, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und dem schwindenden Vertrauen in den Staat entgegenzuwirken. Jürgen Müller lud die Teilnehmenden dazu ein, sich bei der aktuell in der Konzeptionsphase befindenden „altersübergreifenden digitalen Kompetenzoffensive“ zu beteiligen. Kontakt zu ihm könnten Interessierte über das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik aufnehmen (Kontaktmöglichkeit: https://www.digitalisierung-und-bildung-fuer-aeltere-menschen.de/kontakt).

Das Fachgespräch für den Fachbeirat DigiBäM wurde vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) organisiert, das zugleich die Geschäftsstelle des Fachbeirats stellt. Der Fachbeirat existiert seit 2018 und wurde für die 21.  Legislaturperiode neu konstituiert. Bei den 18 Mitgliedern handelt es sich um Expertinnen und Experten aus Bund, Ländern, Kommunen, Erwachsenenbildung, Medienpädagogik, Geragogik, Informatik, Zivilgesellschaft und Digitalverbänden. Gemeinsam setzen sie sich für die Belange Älterer in der Bildung und Digitalisierung ein. Fördergeber des Fachbeirats ist das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

In Kürze finden Sie hier eine Dokumentation sowie die Präsentation des Impulses. Darüber hinaus befindet sich ein Empfehlungspapier zu diesem Thema derzeit in Vorbereitung und wird ebenfalls dort veröffentlicht.