Einsamkeit bei Kindern früher erkennen und wirksam vorbeugen: Erste Einblicke ins Projekt "INSPIRE YOUth"

Einsamkeitsbelastungen von Kindern in der Grundschule früh erkennen und präventiv handeln: Das versucht das Modellprojekt INSPIRE YOUth. Das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. setzt die wissenschaftliche Begleitforschung des Projektes um und präsentiert heute im Rahmen einer Fachkonferenz der Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Westliches Westfalen erste Ergebnisse. Sie zeigen, dass Einsamkeit bereits im Grundschulalter verbreitet ist: Rund zwölf Prozent der befragten Kinder fühlen sich häufig oder sogar immer einsam.

Frankfurt am Main/ Berlin, 16.03.2026

Erste Ergebnisse: Wie häufig erleben Grundschulkinder Einsamkeit, wie gehen sie mit solchen Gefühlen um und welche Rolle spielen Schule, Familie und Bezugspersonen bei der Prävention? Erste Ergebnisse der Befragung von 428 Kindern der zweiten bis vierten Klassen zeigen, dass sich 8,6 Prozent der Kinder häufig und 3,3 Prozent immer einsam fühlen, während etwa zwei Drittel Einsamkeit nur selten oder nie erleben.

Das Projektziel: Einsamkeitsprävention im schulischen Alltag verankern
Aktuelle Forschung zeigt, dass Einsamkeit bereits im Kindesalter auftreten kann und mit einem verminderten Wohlbefinden sowie Risiken für die psychische Gesundheit verbunden ist. Das Modellprojekt INSPIRE YOUth verfolgt daher das Ziel, Einsamkeitsprävention strukturell in Offenen Ganztagsschulen (OGS) zu verankern. Das Projekt wird in 10 OGS des AWO-Bezirksverbands Westliches Westfalen umgesetzt und durch die Sozialstiftung NRW und die Staatskanzlei der Landesregierung in Nordrhein Westfalen gefördert. Ziel des Projekts ist es, pädagogische Fachkräfte, Eltern und weitere Bezugspersonen für Einsamkeitsbelastungen bei Kindern zu sensibilisieren und geeignete Präventionsstrategien im schulischen Alltag zu entwickeln, zu erproben und zu etablieren.

Austausch mit Fachpraxis und Forschung
Die wissenschaftliche Begleitforschung des Projekts wird bis 2027 vom Team “Einsamkeit” des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. (ISS) durchgeführt. Die Mitarbeitenden des Instituts untersuchen über mehrere Erhebungswellen hinweg die Entwicklung von Einsamkeitsbelastungen bei Kindern sowie die Wahrnehmung und den Umgang mit Einsamkeit durch Eltern und schulische Bezugspersonen. Dazu werden Kinder in mehreren Erhebungswellen zu ihrem Einsamkeitserleben befragt und zusätzlich Perspektiven von Eltern sowie schulischen Bezugspersonen einbezogen, um Veränderungen über die Projektlaufzeit hinweg nachzuzeichnen. Erste Zwischenergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung wurden heute auf einer Fachkonferenz des AWO Bezirksverbandes Westliches Westfalen in Gelsenkirchen vorgestellt. 

Weitere Erhebungswellen bis 2027 sollen zeigen, wie sich Einsamkeitsbelastungen im Zeitverlauf entwickeln und welche präventiven Maßnahmen im schulischen Alltag besonders wirksam sind. Die Fachkonferenz bot Fachkräften aus Wissenschaft, Praxis und Verwaltung die Gelegenheit, die bisherigen Erkenntnisse zu diskutieren und gemeinsam Perspektiven für die Weiterentwicklung der Einsamkeitsprävention im Kindesalter zu erörtern. 

Die Durchführung der Studie wird in Zusammenarbeit mit dem AWO-Bezirksverbands Westliches Westfalen umgesetzt und durch die Sozialstiftung NRW und die Staatskanzlei der Landesregierung in Nordrhein Westfalen gefördert. 

Das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik ist ein unabhängiges Praxisforschungs- und Beratungsinstitut, spezialisiert auf sozial- und gesellschaftspolitische Handlungsfelder. Das Institut wurde im Jahr 1974 vom Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) gegründet und ist seit 1991 als rechtlich selbständiger gemeinnütziger Verein organisiert.

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Infosheet (Download)
 

Für Fragen der Öffentlichkeitsarbeit rund um die Studie wenden Sie sich gerne an claudia.schmidt(at)iss-ffm.de

Die Pressemitteilung der Staatskanzlei der Landesregierung NRW zum Thema finden Sie hier.

Zum Themenbereich Einsamkeit

Einsamkeitsbelastungen beeinflussen die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Teilhabe von vielen Millionen Menschen, sowohl in Deutschland als auch weltweit. Deshalb verbindet das ISS sozialwissenschaftliche Forschung mit Praxisentwicklung und erarbeitet gemeinsam mit Partnern aus Wohlfahrtspflege, Bildung und Politik Strategien zur Prävention von Einsamkeitsbelastungen. 

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