Die Projektgruppe „Prekäre Lebenslagen und soziale Ausgrenzung“
Kurzdarstellung:
Gesellschaften und ihre permanente Weiterentwicklung bedingen oftmals Prozesse der sozialen Exklusion, die die Benachteiligung von Bevölkerungsgruppen zur Folge haben. Das Anliegen politischer und sozialstaatlicher Gestaltung sollte deshalb immer auch die Begrenzung bzw. Vermeidung sozialer Ungleichheit sowie die Stärkung sozialer Inklusion sein. Prekäre Lebenslagen, d.h. geringe Spielräume zur Gestaltung des eigenen Lebens etwa aufgrund von materieller und immaterieller Unterversorgung, gefährden in grundlegender Weise das Wohlergehen der Betroffenen.
Prekäre Lebensverhältnisse stellen eine permanente Herausforderung für die Gesellschaft dar, einen sozialen Ausgleich herzustellen und sozialen Frieden zwischen verschiedenen sozialen wie kulturellen Gruppen, zwischen den Generationen oder auch den Geschlechtern zu gewährleisten. Wichtige Instrumente dafür sind die Gewährleistung allgemeiner Menschenrechte, die Umsetzung von Verfassungsgeboten, die Anpassung sozialer Sicherungssysteme, staatliche Transferleistungen, die Veränderung struktureller Rahmenbedingungen, aber auch die Stärkung der Individuen, damit sie ihr Leben eigenverantwortlich gestalten können.
Die Projektgruppe Prekäre Lebenslagen des ISS-Frankfurt a. M. beschäftigt sich vornehmlich mit den Ursachen und Wirkungen prekärer Lebensverhältnisse. Ziel ist es einerseits soziale Gefährdungspotentiale zu identifizieren sowie deren Wirkungen auf soziale Risikogruppen, wie Kinder, Ältere und Migranten, zu analysieren und andererseits Schutzfaktoren zu ermitteln, welche die negativen Folgen von Benachteiligung und Deprivation mildern und abfedern können. Wichtige Forschungsperspektiven sind dabei die Lebenslageorientierung sowie der Lebenswelt- und Sozialraumbezug.
In diesem Zusammenhang weisen wir Sie auf das Europäisches Jahr 2010 zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung hin.
ISS-Arbeitsgruppe: Bildungserfolg von sozial Benachteiligten
Schwerpunkte der Projektgruppe...
...im Jahr 2009/10 sind Fachdiskurse zu den folgenden Themenfeldern geplant
- Frühe Förderung von sozial benachteiligten und armutsgefährdeten Kindern und Jugendlichen
- Entwicklung eines "Armutspräventionsansatzes" für die Praxis der Sozialen Arbeit auf kommunaler Ebene
- „Sozialberichterstattung als Instrument kommunaler Armutsprävention – Schwerpunkt: Armutsprävention bei Kindern“
- Erfolgreiche Bildungsübergänge sozial benachteiligter Jugendlicher
- ISS-Arbeitsgruppe: Bildungserfolg von sozial Benachteiligten
Ansprechpartner im ISS-Frankfurt a.M.
| Dr. Jörg Dittmann |
Aktuelle Veröffentlichungen der Projektgruppe:
Dittmann, Jörg; Goebel Jan: Your house, your car, your education. The socioeconomic situation of the neighborhood and its impact on life satisfaction in Germany. In: Social Indicators Research, Paper Accepted May 2009
Dittmann, Jörg; Scheuer, Angelika: Deutschland in Europa, Lebensbedingungen und Wohlbefinden in Europa, Kapitel 16. In: Datenreport 2008, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2008, 435-441
Holz, Gerda; Hock, Beate: Infantilisierung von Armut begreifbar machen – Die AWO-ISS-Studien zu familiärer Armut. in: Vierteljahresheft zur Wirtschaftsforschung 1/2006
Holz, Gerda: Lebenslagen und Zukunftschancen von Kindern in Deutschland, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Ausgabe B 26/2006 vom 26. Juni 2006
Holz, Gerda: Wer fördert Deutschlands sozial benachteiligte Kinder, in: Bertelsmann Stiftung (Hg.): Jedes Kind mitnehmen – Bildungschancen für Kinder aus sozial benachteiligten Familien, Gütersloh 2007, S. 10-13
Holz, Gerda: Wer fördert Deutschlands sozial benachteiligte Kinder?. Studie zu Rahmenbedingungen der Arbeit von Kitas mit Kindern aus sozial benachteiligten Familien, Gütersloh 2007, unter:
http://www.bertelsmann-stiftung.de/bst/de/media/xcms_bst_dms_22499__2.pdf
Holz, Gerda: Kinderarmut in Deutschland – Eine Realität?, in: Niedersächsische Gespräche zwischen Ärztinnen, Juristinnen und Theologinnen e.V. (Hg.): Kinderarmut und Gesundheit in Deutschland, Hannover 2007, S. 12-31
Siehe auch Schwerpunktthema „Armut und soziale Ausgrenzung“: ISS-informiert 2/2007.




