Die Projektgruppe „Alternde Gesellschaft“
Kurzdarstellung:
Die alternde Gesellschaft bringt für Städte und Gemeinden beträchtliche Anforderungen mit sich. Durch eine innovative Sozial- und Infrastrukturplanung müssen sie sich auf die Altersverschiebungen in der Bürgerschaft vorbereiten. Herkömmliche Verfahren sind tendenziell gekennzeichnet vom unverbundenen Nebeneinander unterschiedlicher Ressortplanungen. Sie können der Komplexität der gesellschaftlichen Veränderungsprozesse kaum gerecht werden. Notwendig sind stattdessen ressortübergreifende Diskurse der Analyse und der Planung, in welche die Bürgerinnen und Bürger aktiv einzubeziehen sind. Zum einen geht es dabei um Strategien, die den Trend der Überalterung abschwächen. Dazu ist herauszufinden, von welchen wichtigen Faktoren die Entwicklung der lokalen Bevölkerungsstruktur abhängt und wie sie zu beeinflussen sind. Zum anderen geht es um die Bewältigung der spezifischen Probleme, die durch die demografische Entwicklung zukünftig verursacht werden. Eine solche strategische Planung muss sich auf verlässliche Daten und ein systematisches Monitoring stützen können. Nur dann lassen sich die lokalen Entwicklungstrends kleinräumig ableiten. Dabei ist keineswegs unumstritten, welche Indikatoren es zu beobachten gilt und welche für den prognostischen Zweck aussagefähig sind. Problematisch ist auch, dass für kleinere Kommunen weder die Verfügbarkeit der Daten noch die Ressourcen zu ihrer Auswertung gesichert sind.
Auch die Altenpflege wird sich aufgrund der demografischen Entwicklung wandeln müssen. Der Bedarf an Hilfe und Unterstützung wird in den nächsten Jahrzehnten in hohem Maße wachsen. Gleichzeitig wird voraussichtlich die Kapazität familiärer und privater Pflegenetze abnehmen. Damit stellt sich die Frage, wie der veränderte Hilfebedarf zukünftig beantwortet und finanziert werden kann. Ein Strukturwandel ist erforderlich und hat auch bereits in Ansätzen begonnen. Dazu gehört die Anforderung, dass sich die Einrichtungen und Dienste der Altenpflege vernetzen und quartiersbezogen organisieren müssen. Freiwilliges Engagement von Einzelnen und Initiativen ist in Leistungserbringung einzubinden. Nur so wird es möglich sein, das Leistungsspektrum bedarfsangemessen auszudifferenzieren und die soziale Teilhabe alter Menschen zu sichern.
Zu den fachlichen Entwicklungen gehört die Diskussion um ein verändertes Verständnis der Pflegebedürftigkeit. Prävention und Rehabilitation als Zielsetzungen für die Pflege werden deutlicher als bisher in den Blick genommen. Psychosoziale Bedürfnisse alter Menschen erhalten ein stärkeres Gewicht. Intendiert ist eine Gleichwertigkeit von Beeinträchtigungen körperlicher, psychischer oder kognitiver Art.
Schwerpunkte der Projektgruppe…
… im Jahre 2009/2010 sind Veröffentlichungen und Fachdiskurse zu den folgenden Themen geplant
- Innovative kommunale Entwicklungsplanung
- Demenz im Gemeinwesen – Erfahrungen mit Versorgungsnetzwerken
- Strukturwandel in der Altenpflege
Mit den Arbeitsschwerpunkten der Projektgruppe „Alternde Gesellschaft“ sind darüber hinaus mehrere abgeschlossene und laufende Projekte verbunden. Einen Überblick liefert die Ausgabe 2/2009 des Newsletters „ISS informiert“.
Ansprechpartnerin im ISS-Frankfurt a. M.
| Brigitte Rehling |
Veröffentlichungen:
Brigitte Rehling, Marion Menke, u.a.: Teil B des Leitfadens zur praktischen Umsetzung des Referenzkonzepts: Qualitäts- und Organisationsentwicklung – Hinweise für den Ergebnistransfer.
Brigitte Rehling u.a.: Vom Referenzmodell zum Referenzkonzept. Teilbericht 3 der Abschlussberichte der beteiligten Institute

