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28.05.10 13:30 Age: 98 days

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ISS-Pressemitteilung: Demenz im Gemeinwesen -Unterstützungsnetzwerke wirksam gestalten

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Demenz im Gemeinwesen - „Unterstützungsnetzwerke wirksam gestalten“

Die erfolgreiche Fachtagung des ISS-Frankfurt a.M. hat aufgezeigt, welche Chancen und positiven Effekte die vernetzte Kooperation im Gemeinwesen für dementiell Erkrankte und ihre Angehörigen mit sich bringt. Strategien zum Aufbau solcher Netzwerke und zur Überwindung von  Hindernissen wurden anhand des Modellprojekts Demenznetz Kreis Mettmann vorgestellt und mit den TeilnehmerInnen diskutiert.

Frankfurt/Düsseldorf, 28.05.2010: „Unterstützungsnetzwerke wirksam gestalten“ unter diesem Motto stand die Fachtagung am 19. Mai 2010 in Düsseldorf mit 110 TeilnehmerInnen. Helga Kirchner, pensionierte WDR-Chefredakteurin, moderierte diese lebendig und charmant. Die Tagung war eine gemeinsame Veranstaltung des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. (ISS-Frankfurt a. M.) und dem Institut für Gerontologie (FfG) an der Technischen Universität Dortmund. Im Rahmen des Bundesprogramms „Leuchtturm Demenz“ wurde dies Veranstaltung vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert.

Wichtige Erkenntnisse und Ergebnisse:

Das Beispiel des Demenznetzes im Kreis Mettmann zeigt, wie wichtig es ist, dass eine Instanz die Nachhaltigkeit solcher vernetzter Kooperationsformen sichert und die Verantwortung für die  zentrale Koordination übernimmt. Wichtig für den Erfolg war nicht zuletzt die strikte Gemeinwesenorientierung: für den Ausbau stadt- bzw. stadtteilbezogener Informations-, Qualifizierungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote wurden jeweils Partner (soziale Institutionen, Verbände, Kirchengemeinden, etc.) in den sozialen Nahräumen angesprochen und gewonnen. Durch den Quartiersbezug wird erfahrbar, dass sich die Zunahme dementieller Erkrankungen nicht nur in Zahlen ausdrückt, sondern auch in unmittelbarer Nachbarschaft stattfindet. Die so erzeugte Betroffenheit ist für das aktive Engagement eine unverzichtbare Basis.

Für Angehörige von Demenzkranken besteht ein Problem weniger in einem Mangel an Informationen, als in der Segmentierung der unterschiedlichen Informationsbereiche: Gewünscht wird eine leicht zugängliche Beratung „von A bis Z“ aus einer Hand, die ohne eine Gemeinwesenorientierung nicht zu erreichen ist.

Vernetzte Kooperation funktioniert nicht von selbst. Die beteiligten Kooperationspartner begegnen sich als autonome Akteure, die ihre teilweise unterschiedlichen Interessen und Erwartungen in die Zusammenarbeit einbringen. Für die zielführende Steuerung von Netzwerken sind deshalb Anweisungen „von oben nach unten“ eher ungeeignet. Vielmehr gilt es, dass eine zentrale Koordination günstige Bedingungen für die produktive Zusammenarbeit gestaltet (Kontextsteuerung).

Netzwerkarbeit steht und fällt mit dem Engagement der Menschen, die in den lokalen und überregionalen Arbeitskreisen, Gremien und Austauschforen eines Netzwerkes miteinander die vorhandenen Angebote aufeinander abstimmen und neue Angebote konzipieren und umsetzen. Was sie zusammenhält ist zum einen ein klares, gemeinsam ausgehandeltes Ziel. Zum Anderen ist es mindestens ebenso wichtig, dass sie auf der Basis gemeinsamer Werte mit Respekt, Vertrauen und Verlässlichkeit miteinander kommunizieren.

Sich selbst immer wieder dieser gemeinsamen Basis in der Arbeitsweise und den Zielen zu vergewissern trägt dazu bei, das Netzwerk aktiv zu entwickeln und nicht einer Eigendynamik zu überlassen. Achtet man darauf, dass durch die Netzwerkarbeit Erreichte beschreibbar und transparent zu machen, fördert das nicht nur die Motivation der Beteiligten. Der Dialog über die Wirkung der Aktivitäten dient auch der Legitimation und politische Verankerung der Netzwerke.

Ansprechpartnerin im ISS-Frankfurt a. M.

Brigitte Rehling
Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V.
Zeilweg 42
60439 Frankfurt am Main
++49/(0)69/95789-139
brigitte.rehling@iss-ffm.de
www.iss-ffm.de

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