Kursreihe 36
Einführung
Das Thema Jugendgewalt bestimmt seit Anfang der 1990er Jahre dauerhaft die pädagogischen Diskussionen in verschiedenen Bereichen der Jugendhilfe (insbesondere in der Jugendfreizeitund Jugendsozialarbeit), des Jugendstrafvollzugs und der Bewährungshilfe sowie der schulischen Bildung und Erziehung. Beim Anti-Agressivitäts- Training/Coolness-Training (AAT®/CT®) handelt es sich um eine deliktspezifische, sozialpädagogische und psychologische Behandlungsmaßnahme für gewalttätige Wiederholungstäter. Das Training basiert auf einem lerntheoretisch kognitiven Paradigma, wobei Erkenntnisse der Aggressionstheorien im Vordergrund stehen.
Das AAT® ist eine seit 1987 erfolgreich erprobte und wissenschaftliche begründete Methode im Umgang mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die zu Gewalttätigkeiten neigen. Das AAT®/CT® nutzt verschiedene Ansätze der Gewaltbearbeitung und Gewaltprävention. Die AAT®/CT®-Ausbildung ist als Qualitätsmarke beim Marken- und Patentamt München geschützt.
Seit 1992 bietet das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V. (ISS-Frankfurt a. M.) Fachtagungen und Seminare zu dieser Thematik an und seit 1994 werden hierzu Zusatzqualifikationen im Rahmen eines praxisorientierten „Gesamtpaketes“ zum Umgang mit „gewaltbereiten“ Jugendlichen durchgeführt.
Mit der AAT®-Ausbildungsreihe kommt das ISS-Frankfurt a. M. der großen Nachfrage nach pädagogischen Hilfen im Umgang mit „gewaltbereiten“ Jugendlichen entgegen. Die Kursreihe ist eine Zusatzqualifikation für MitarbeiterInnen öffentlicher und freier Träger der Jugendhilfe, die mit „gewaltbereiten“ Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeiten und entsprechende Erfahrungen mit einbringen.
Zielgruppe der Ausbildung
Fachkräfte aus Jugendhilfe, Jugendgerichtshilfe, Bewährungshilfe, (Jugend-)Straf-rechtspflege, (Jugend-)Strafvollzug, Psychiatrie sowie Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen, die mit gewaltbereiten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeiten.
Ziele der Ausbildung
Die Ausbildung zur/zum AAT®/CT®-TrainerIn entwickelt und stärkt spezifische Kompetenzen von pädagogischen Fachkräften, die in ihren Arbeitsfeldern mit gewaltbereiten und/oder gewalttätigen jungen Menschen arbeiten. Über Selbstreflexion werden gezielt kommunikative Kompetenzen als auch der methodische Umgang mit Gewalt und entsprechender Angebotsgestaltung erlernt und vertieft. Auf diese Weise erweitern die Fachkräfte ihr Handlungsspektrum im Umgang mit gewaltbereiten Menschen. Erfolgreich umgesetzt werden AAT®/CT®-Trainings in der ambulanten und stationären Kinder- und Jugendhilfe, im Kontext von Jugendarbeit und Schule sowie im Jugend- und Erwachsenenstrafvollzug.
Das Ausbildungskonzept berücksichtigt neben der persönlichen Kompetenzerweiterung auch Fragen der Organisationsentwicklung, denn ein abgestimmter und effektiver Ordnungsrahmen in Einrichtungen trägt zur Minderung aggressiver Verhaltensweisen bei.
Da die TeilnehmerInnen der Qualifizierungsmaßnahme bereits während der Ausbildung angehalten sind, das AAT®/CT® im eigenen Arbeitsfeld umzusetzen, profitieren auch die jeweiligen Träger von der Ausbildung ihrer MitarbeiterInnen.
Aufbau und Inhalte der AAT®/CT®-Ausbildung
Die Veranstaltung ist als eine siebenteilige, berufsbegleitende Fortbildungsreihe konzipiert und dauert ca. 18 Monate. Sie soll über eine Kombination praxisbezogener Reflexion, individueller Erfahrungsformulierung (Persönlichkeitsstärken, -schwächen, eigene „miese“ / aggressive Taten), theoretischer Beschäftigung und konkreter sinnlicher Erfahrungen (Körper-Thrilling) zu einer Strukturierung des eigenen Handlungsfeldes und der eigenen Zugangsmöglichkeiten anleiten. Der Kurs ermutigt die TeilnehmerInnen zur kreativen und zielgruppengerechten Umsetzung des AAT® und CT® in die Praxis.
Ausbildungsleitung | Frau Monika Jetter-Schröder, ist Dipl.-Sozialarbeiterin, Leiterin der Jugendgerichtshilfe im Stadtjugendamt Mannheim, AAT®/CT®-Trainerin, Psychodrama-Leiterin DFP/DAGG. Herr Torsten Schumacher, ist Dipl.-Sportlehrer und AAT®/CT®-Trainer, Förderschullehrer und Schulmediator. |
Zielgruppe | Fachkräfte aus Jugendhilfe, Jugendgerichtshilfe, Bewährungshilfe, (Jugend-)Straf-rechtspflege, (Jugend-)Strafvollzug, Psychiatrie sowie Schulen und Jugendfreizeiteinrichtun-gen, die mit gewaltbereiten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeiten |
Kosten | € 2.950,- |
Termine | Modul 1: 29.-30.10.2010 |
Ort |


