ISS-Arbeitsgruppe: Bildungserfolg von sozial Benachteiligten Bildungsgerechtigkeit gehört auch im 21. Jahrhundert zu den zentralen sozialen Fragen, denn an Bildung und Bildungszertifikate sind zahlreiche Teilhabe- und Lebenschancen geknüpft. Ferner ist Bildung nicht nur eine entscheidende Ressource für individuelle Wohlfahrt und subjektives Wohlbefinden, sondern auch für die Leistungs- und Integrationsfähigkeit von demokratischen Gesellschaften von grundlegender Bedeutung.
|
Am 17.03.2010 stellte die Projektgruppe Soziale Ausgrenzung und prekäre Lebenslagen und Familie, Kinder und Jugend in Kooperation mit dem DIW-Berlin (Abteilung SOEP) und dem Centre Marc Bloch, Berlin, beim diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft zu dem Thema "Bildung in der Demokratie" verschiedene Arbeiten zum Bildungserfolg trotz Benachteiligung vor. Im September wird die Projektgruppe hierzu ein Fachgespräch veranstalten.
Den Anfang der sehr gut besuchten Veranstaltung machte Frau Claudia Laubstein (ISS, Frankfurt am Main), die Überlegungen zu der Frage anstellte, warum die Beseitigung von Bildungsbenachteiligungen für demokratische Gesellschaften eine zentrale soziale Frage ist.
Im zweiten Vortrag berichtet Herr Dr. Jan Goebel vom DIW (Abteilung SOEP) über ein aktuelles Forschungsprojekt, das gemeinsam mit der ISS-Arbeitsgruppe Prekäre Lebenslagen (Dr. Joerg Dittmann) durchgeführt wird zum Schulerfolg von sozial Benachteiligten. Anhand quantitativer Analysen auf Basis des SOEP wurden soziale, kulturelle und ökonomische Ressourcen und Belastungen identifiziert, die für eine erfolgreiche Schulentwicklung relevant sind.
Im dritten Vortrag stellt Frau Dr. Sandra Heisig vom ISS-Frankfurt a.M. eine aktuelle Studie zum Ausbildungserfolg bei Hauptschulabsolventen vor. Befragt wurden Jugendliche mit türkischem Migrationshintergrund und Spätaussiedlerjugendlichen aus der ehemaligien Sowjetunion. Mittels quantitativer und qualitativer Analysen wurde untersucht, wie diese Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen trotz vielfältiger Belastungen den Übergang in eine Ausbildung meistern.
Der vierte Beitrag eines aktuellen Projekts des DIW Berlin (Frau Dr. Ingrid Tucci, Abteilung SOEP), der Universität Bremen (Prof. Olaf Groh-Samberg) und dem Centre Marc Bloch Berlin (Dr. Carsten Keller) nimmt ebenfalls Bezug auf junge Erwachsene mit Migrationshintergrund und vergleicht die Lebensverläufe von in Deutschland und in Frankreich lebenden Migrantinnen und Migranten.
Im letzten Beitrag stellte Herr Stallmann vom ISS-Frankfurt a.M. Ergebnisse zweier kommunaler Studien (in Koblenz und Monheim) zu Bedarfslagen und Maßnahmen zur Verhinderung sozialer Exklusion benachteiligter Familien vor. Der Fokus des Vortrags lag dabei auf qualitativen und quantitativen Ergebnissen zu Wünschen und Erwartungen sozial benachteiligter Familien an Beratung, Begleitung und Unterstützung, sowie den daraus resultierenden Konsequenzen für die strukturelle und inhaltliche Ausgestaltung bildungsorientierter Angebote.
Vorträge
Claudia Laubstein, ISS-Frankfurt a. M. | |
| Dr. Jan Goebel, DIW |
Junge MigrantInnen am Übergang zwischen Haupt-schule und Ausbildung | Dr. Sandra Heisig, ISS-Frankfurt a. M. |
Dr. Ingrid Tucci, DIW | |
„Was brauchen Familien?" | Ludger Stallmann, ISS-Frankfurt a. M. |
