Kontakt   |  Impressum  |  Sitemap

 

ISS-Arbeitsgruppe: Bildungserfolg von sozial Benachteiligten

Bildungsgerechtigkeit gehört auch im 21. Jahrhundert zu den zentralen sozialen Fragen, denn an Bildung und Bildungszertifikate sind zahlreiche Teilhabe- und Lebenschancen geknüpft. Ferner ist Bildung nicht nur eine entscheidende Ressource für individuelle Wohlfahrt und subjektives Wohlbefinden, sondern auch für die Leistungs- und Integrationsfähigkeit von demokratischen Gesellschaften von grundlegender Bedeutung.

Die Ergebnisse der PISA- und IGLU-Studien haben insbesondere für Deutschland zeigen können, dass der Bildungserfolg weiterhin stark von der sozialen Herkunft abhängt. Die Bedingungen, unter denen erfolgreiche Übergänge in Schule, Ausbildung und Beruf trotz sozialer Benachteiligung gelingen, werden von Praxis und Wissenschaft bisher vergleichsweise wenig reflektiert.

Die im Rahmen des Forschungsforums vorgestellten Projekte setzen sich mit erfolgreichen Übergängen in Schule, Ausbildung und Beruf auseinander. Der Fokus liegt dabei auf jungen Menschen, die in Armut und prekären Lebenslagen aufwachsen. Untersucht werden Resilienzfaktoren, ebenso wie Bewältigungsstrategien und die Nachhaltigkeit von Programmen der Benachteiligtenförderung. Der internationale Vergleich sowie Implikationen für die Praxis stehen ebenfalls im Forschungsinteresse.

 

Am 17.03.2010 stellte die Projektgruppe Soziale Ausgrenzung und prekäre Lebenslagen und Familie, Kinder und Jugend in Kooperation mit dem DIW-Berlin (Abteilung SOEP) und dem Centre Marc Bloch, Berlin, beim diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft zu dem Thema "Bildung in der Demokratie" verschiedene Arbeiten zum Bildungserfolg trotz Benachteiligung vor. Im September wird die Projektgruppe hierzu ein Fachgespräch veranstalten.

Den Anfang der sehr gut besuchten Veranstaltung machte Frau Claudia Laubstein (ISS, Frankfurt am Main), die Überlegungen zu der Frage anstellte, warum die Beseitigung von Bildungsbenachteiligungen für demokratische Gesellschaften eine zentrale soziale Frage ist.

Im zweiten Vortrag berichtet Herr Dr. Jan Goebel vom DIW (Abteilung SOEP) über ein aktuelles Forschungsprojekt, das gemeinsam mit der ISS-Arbeitsgruppe Prekäre Lebenslagen (Dr. Joerg Dittmann) durchgeführt wird zum Schulerfolg von sozial Benachteiligten. Anhand quantitativer Analysen auf Basis des SOEP wurden soziale, kulturelle und ökonomische Ressourcen und Belastungen identifiziert, die für eine erfolgreiche Schulentwicklung relevant sind.

Im dritten Vortrag stellt Frau Dr. Sandra Heisig vom ISS-Frankfurt a.M. eine aktuelle Studie zum Ausbildungserfolg bei Hauptschulabsolventen vor. Befragt wurden Jugendliche mit türkischem Migrationshintergrund und Spätaussiedlerjugendlichen aus der ehemaligien Sowjetunion. Mittels quantitativer und qualitativer Analysen wurde untersucht, wie diese Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen trotz vielfältiger Belastungen den Übergang in eine Ausbildung meistern.

Der vierte Beitrag eines aktuellen Projekts des DIW Berlin (Frau Dr. Ingrid Tucci, Abteilung SOEP), der Universität Bremen (Prof. Olaf Groh-Samberg) und dem Centre Marc Bloch Berlin (Dr. Carsten Keller) nimmt ebenfalls Bezug auf junge Erwachsene mit Migrationshintergrund und vergleicht die Lebensverläufe von in Deutschland und in Frankreich lebenden Migrantinnen und Migranten.

Im letzten Beitrag stellte Herr Stallmann vom ISS-Frankfurt a.M. Ergebnisse zweier kommunaler Studien (in Koblenz und Monheim) zu Bedarfslagen und Maßnahmen zur Verhinderung sozialer Exklusion benachteiligter Familien vor. Der Fokus des Vortrags lag dabei auf qualitativen und quantitativen Ergebnissen zu Wünschen und Erwartungen sozial benachteiligter Familien an Beratung, Begleitung und Unterstützung, sowie den daraus resultierenden Konsequenzen für die strukturelle und inhaltliche Ausgestaltung bildungsorientierter Angebote.

Vorträge

Demokratie und Bildungsbenachteiligung

Claudia Laubstein, ISS-Frankfurt a. M.

Erfolgreiche Schulabschlüsse trotz
sozialer Benachteiligung

Dr. Jan Goebel, DIW
Jörg Dittmann,
ISS-Frankfurt a. M.

Junge MigrantInnen am Übergang zwischen Haupt-schule und Ausbildung

Dr. Sandra Heisig, ISS-Frankfurt a. M.

Bedingungen schulischen Erfolgs und erfolgreicher Lebensverläufe junger Menschen mit Migrationshintergrund: ein deutsch-französischer Vergleich

Dr. Ingrid Tucci, DIW
Prof. Olaf Groh-Samberg, Universität Bremen
Dr. Carsten Keller, Centre Marc Bloch Berlin

„Was brauchen Familien?"
Bedarfe und Zugänge sozial benachteiligter Familien in der Familienbildung

Ludger Stallmann, ISS-Frankfurt a. M.

Erster Hessischer Landessozialbericht

Sozialminister Stefan Grüttner stellt den ersten Hessischen Sozialbereicht vor.

Aus den Projekten

Aktionsprogramm: „Stärkung der Partizipation und Teilhabe von Jugendlichen mit...

Fortbildung

Kinderschutz - ein Balanceakt zwischen Hilfe und Kontrolle